Wer Functional Food isst, bleibt länger körperlich und geistig fit – das versprechen zumindest die Hersteller.

„Functional food“, auch funktionelle Lebensmittel genannt, bezeichnet Lebensmittel, die zu ihrem eigentlichen Nährwert mit bestimmten Zusätzen angereichert werden und angeblich über gesundheitsfördernde Funktionen verfügen. Dies soll durch das Hinzufügen von Nährstoffen wie Vitaminen, Mineralien, spezieller Fette usw. oder durch das Weglassen ungewünschter Stoffe, wie z.B. Fett, erreicht werden.

Was ist dran an den propagierten Wirkungen der Zusatzstoffe? Sie sind bisher nur in der Theorie beziehungsweise im Labor nachgewiesen. Ob sie im Functional Food tatsächlich eine Wirkung entfalten, weiß bisher keiner so genau. Grund sind zu aufwändige Studien, die für diesen Nachweis nötig wären. Einzige Ausnahme: Margarine mit Phytosterol-Estern. Hier haben Studien gezeigt, dass durch den regelmäßigen Verzehr der Cholesterinspiegel in der Tat gesenkt werden kann.

Nach Jany & Kierner (Bundesforschungsanstalt für Ernährung) gibt es u.a. folgende Wirksubstanzen in Functional Food:

  1. Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente 
    Sie fördern die Steigerung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit und sollen das Krebsrisiko verringern, u.a. enthalten in Multivitamingetränken und Joghurts.
  2. Lipide und Fettsäuren
    Sie sollen eine Senkung des Risikos von Herz- und Kreislauferkrankungen bewirken, u.a. enthalten in Eiern und Brot.
  3. Fettersatzstoffe
    Gewichtsreduktion soll unterstützt werden, u.a. enthalten in Diät-Produkten.
  4. Phytosterol-Ester
    Eine Senkung des Cholesterinspiegels soll bewirkt werden, u.a. enthalten in Margarine.
  5. Prä- und Probiotika
    Eine Verbesserung der Darmflora soll erreicht werden, u.a. enthalten in Probiotischen Joghurts


Ernährungswissenschaftler empfehlen als sinnvolle Nahrungszusätze z.B. mit Jod angereichertes Salz. Die positiven Auswirkungen von „probiotischischen Joghurts“ hingegen sind häufig nicht ausreichend wissenschaftlich belegt. Anstelle von Joghurts mit Zusatz bestimmter Milchsäurebakterien könnten alternativ verschiedene Joghurtprodukte, Kefir, Butter- oder Sauermilch, genauso wie Sauerkraut gegessen werden.

Überflüssig sind mit Vitamin B angereicherte Lebensmittel. Diese Vitamine finden sich in den meisten Lebensmitteln, die gegessen werden. Ausgenommen sind Strenge Vegetarier, Schwangere oder Stillende, die manche B-Vitamine in höherer Dosis benötigen.

Mit Eisen angereicherte Lebensmittel werden teilweise schlecht vertragen, da das zugesetzte Eisen Magenprobleme verursachen kann. Zudem wird das zugesetzte Eisen auch wesentlich schlechter vom Körper aufgenommen. Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte, Sesam und grüne Gemüsesorten decken den Tagesbedarf ausreichend.

Zur Vorbeugung von Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen empfehlen Lebensmittelhersteller oft Lebensmittel mit dem Zusatz der Vitaminkombination ACE. Doch die Vitamine A, E und C werden bei ausgewogener Ernährung in der Regel schon in ausreichender Menge verzehrt.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sieht den Markt für „Functional Food“ grundsätzlich als kritisch an, denn – es ist in der Regel nicht gewährleistet, dass eine bedarfsgerechte und ausgewogene Ernährung damit sichergestellt werden kann. Solange nicht genügend wissenschaftliche Daten über die Wirkungen vorliegen, empfiehlt die DGE eine vollwertige Ernährung mit viel Gemüse und Obst.

(Quellen: Sendung: „Lebensmittel aus dem Labor - Von Wunderjoghurt bis Hightech-Salami“, 05.03.2007; Lifeline-Medizin im Internet: Artikel über  „Functional Food - Fragen rund um Functional food“, 06.02.2008); DGE aktuell 09/2002 vom 12./13.11.2002)

Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to TwitterSubmit to LinkedIn